Zur rechtlichen Situation

Betrifft Selbständige Therapieausübung und Kassenzulassung in Deutschland

Das neue Psychotherapiegesetz regelt in Deutschland die selbständige therapeutische Berufsausübung. Selbständig dürfen Therapie nur ausüben:

  • Ärzte
  • Heilpraktiker (mit Prüfung Psychotherapie)
  • Dipl. Psych. mit der gesetzlich geregelten Zusatzausbildung in Psychotherapie

Der Gesetzgeber definiert Psychotherapie als Feststellung (Diagnose) und Behandlung Therapie) einer körperlichen oder seelischen Krankheit. Die Kassenzulassung betrifft nur Ärzte und approbierte Psychologen mit therapeutischer Zusatzausbildung in Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie.

Nichtärztliche Kunsttherapeuten können eine Zulassung für Psychotherapie nach dem HPG über eine amtsärztliche Prüfung erwerben.

Zukunftsaussichten

Mit einer Veränderung der gesetzlichen Situation ist vorderhand nicht zu rechnen. Die bundesdeutsche Realität weist eher darauf hin, daß die Ärzteschaft ihr Therapieprivileg (mit Kassenzulassung) auf dem enger werdenden Markt verteidigen bzw. erweitern wird. Die Ärzteschwemme läßt vermuten, daß vermehrt ärztliche Psychotherapie angeboten werden wird. Das Kostendämpfungsgesetz der Krankenkassen sieht bereits heute eine Kostenbeteiligung des Versicherten vor.

In den USA und vor allem England werden kunsttherapeutische Leistungen im Rahmen des Kostenwesens erstattet. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß Vergleichbares im Rahmen der zunehmenden Eurpäisierung auch in Deutschland geschieht.

Für den nichtärztlichen Kunsttherapeuten bieten sich aus diesen Gründen vor allem die Berufsfelder im soziotherapeutischen pädagogischen Bereich und die Tätigkeit in freien Beratungspraxen an. Wir arbeiten somit nicht in erster Linie mit Kranken, sondern mit der weit größeren Population der Erwachsenen, Kinder, Senioren und der “Normalneurotiker”.

Manchmal werden kunsttherapeutische Leistungen von Privatkassen und/oder der Beihilfe teilweise erstattet. Die Einschränkungen der Leistungen der herkömmlichen Kassen hat mittlerweile zu neuen Kassengründungen geführt; diese führen z.T. auch die Kunsttherapie in ihrem Leistungsangebot.


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