Theorieseminare 2017

Wochenendseminare der Weiterbildung Kunsttherapie für alle Interessierten.

Dozent:  Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini

27./28. Mai 2017 | Sexualität nach Freud
Sexualität wurde im 19. Jh. erfunden. Sie ist das, was das Individuum sich selber übersteigen macht, nicht einmal beherrschbar, vielfältig kultivierbar, mit Triebhaftem, Subversiven, Lust, Übergriff und Orgasmus verbunden. Herausforderung für immer neue Formulierungen des Zusammenlebens.
Freud hat mit den „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ (1905), das damals recht neue Konzept mit seinen Erfahrungen und Überlegungen aus der Praxis konfrontiert: Auch Kinder sind sexuelle Wesen. Er formuliert das Konzept der psychischen Realität, das bis heute schwer zu begreifen ist. Es gilt einen Blick zu werfen auf neue Formulierungen dessen, was Sexualität und Sexuierung sein könnte. Z.B. Queerness oder auch Pornographie. Es gibt es zu diesem Thema auch Material aus Kunst und Film.

25./26. Februar 2017 | Traum
Freud eröffnet mit „Die Traumdeutung“ (1900) Möglichkeiten neuer Zuordnung von Bild und Sprache, refl ektiert die Grenzen der Darstellbarkeit, führt ein von der bisherigen Hermeneutik (Auslegekunst) abweichendes Modell ein, das auch aus der jüdischen Tradition stammt (Talmud). Sie ist ein Treffpunkt der Geschichte der Wertschätzung des Traums, der Naturwissenschaft in Gestalt der Physiologie, der Formulierung eines Weges zur Entzifferung der Bildungen des Unbewussten. Es geht um Wunsch, Befriedigung, Umarbeitung.
Es wird mit Ausschnitten aus Freuds Text gearbeitet, Dürers Darstellung eines Traumes in Schrift und Bild von 1525, Goyas „Schlaf / Traum der Vernunft“ 1799, dem Rebus und Filmausschnitten.


07./08. Januar 2017 | Übertragung
Freud hat Konzepte von Übertragung formuliert, nicht erfunden. Sie ist ein Grundbegriff der Psychoanalyse, Widerstand und Produktionsform, beschreibt die Entstehung von Beziehung, von Unterstellung, Vertrauen, Wiederholung, Verliebtheit und Liebe, eine merkwürdige Raumzeitintensität, die niemandem gehört. Die psychoanalytische Kur fi ndet in der Übertragung statt, reizvoll, gefährlich, kaum lehrbar der Umgang damit. Sie irritiert und fordert bis heute Konzepte von Individualismus, Autonomie, Eigentum, Identität, Immunität heraus.
Das Seminar widmet sich der Entstehung des Konzeptes aus der Erfahrung Freuds und Lacans, zieht Text derselben zu Rate, macht Ausflüge zur Kunst und zur Sozialgeschichte.


Seminarzeiten:
Samstag 10h–13h, 15h–18h, Sonntag 10h–13h

Kosten pro Wochenende:
160€ / 40€ Studentenermäßigung
90€ ehemalige Teilnehmer.innen der Apakt -Hamburg

Anmeldung:
APAKT - Hamburg • Donnerstraße 10 Hs 3 • 22763 Hamburg
Tel. 040 -22 10 52 • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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